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Empire-Pyramidenklavier

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(Stück: 1 St.)
ID: 579060

Österreich, Wien, um 1820. Ein einzigartiges Museumsstück im Empire-Stil, gefertigt um 1820 von Joseph Wachtl in Wien, etwa zwischen 1820–1825. Korpus aus Kiefernholz mit Mahagonifurnier. An der Front beidseitig sogenannte „verde antico“-verzierte, teilweise feuervergoldete Karyatiden. Auf dem Deckel eine feuervergoldete Lyra mit matten und glänzenden Flächen sowie Puttenköpfen. Die Front ist mit feuervergoldeten Bronzeapplikationen verziert. Das Innere ist mit ebonisiertem Ebenholz und Mahagonifurnier ausgeführt. Klaviatur mit Elfenbeinbelag. Mechanik vorhanden, jedoch nicht restauriert. Äußerlich restauriert. Bezeichnet: „Joseph Wachtl“ auf einer Emailtafel in feuervergoldetem Rahmen.
Größe: 246 x 113 x 54 cm

WACHTL, Joseph (aktiv 1803–1832). Wahrscheinlich Schüler von Anton Walter; später Klavier- und Orgelbauer in Wien. Wachtl gründete 1802 nach seiner Niederlassung in Wien sein Unternehmen. Gemeinsam mit Franz Martin Seuffert und dem ungarischen Jakob Bleyer gründete er die Firma Wachtl & Compagnie. Ein während ihrer Zusammenarbeit entstandenes Flugblatt besagt, dass künstlich getrocknetes Holz besser sei als natürlich getrocknetes. Vor dem Trocknen wurde das Holz 48 Stunden lang mit Salzwasser gedämpft, um angesammeltes Harz aus dem Resonanzmaterial zu entfernen. Zusammen mit Jakob Bleyer entwickelte Wachtl das sogenannte „Giraffenklavier“, einen frühen und klanglich besonderen Klaviertyp. Bis 1811 produzierten sie gemeinsam Instrumente, trennten sich jedoch aufgrund von Streitigkeiten über die Urheberrechte. In diesem Jahr verließ Seuffert das Unternehmen. Kurz darauf heiratete Wachtl Theresia, die Halbschwester seines Kollegen Bleyer, die 1812 verstarb. Als Wachtl im Mai 1805 Bürger und Meister wurde, lebte er in der Laimgrube, Kothgasse 27. Zwischen 1808 und 1812 wohnte er in der Laimgrube 30, 1823 in der Wieden, Hechtengasse 282. Nach 1812 verschwand Seufferts Name von den Instrumenten, und bis etwa 1820 erschienen die Namen Wachtl und Bleyer. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass einige dieser Instrumente aus früherer Zeit stammen. Laut Hirt löste Wachtl 1832 seine Firma auf, die nach 1835 aus den Adressverzeichnissen verschwand. Alle Datierungen der von Wachtl gefertigten Instrumente sind mit großer Vorsicht zu behandeln.